Montag, Februar 23, 2026

Rudolf Schmidt – General aus Berlin

Die Kriegsgeschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert ist in hohem Maße die Erzählung von den Taten herausragender Militärs, Soldaten, Politiker und Diplomaten. Einer von ihnen war der Berliner Rudolf Schmidt. Mehr über ihn, seine Karriere und seine letzten Lebenstage erfahren Sie auf berlinyes.eu.

Kindheit in Berlin

Wie die Webseite lexikon-der-wehrmacht.de berichtet, war Preußen Ende des 19. Jahrhunderts bereits ein großes europäisches Reich. Dies verdankte es der Stärke der deutschen Waffen sowie der Klugheit und dem Pragmatismus der deutschen Politiker, von denen der bekannteste Otto von Bismarck war. Bismarcks Politik ermöglichte es Preußen, alle deutschen Länder außer Österreich in eine einheitliche politische Struktur zu vereinen und Österreich, Frankreich und Dänemark zu besiegen. Dies zeigte anderen Ländern, dass ein neuer Hegemon auf der politischen Weltbühne aufgetreten war.

In der Hauptstadt dieses Staates wurde 1886 Rudolf Schmidt geboren. Sein Vater war Deutscher und preußischer Staatsbürger. Er hatte die Position eines königlichen Geheimrates (also eines Staatsbeamten) und eines Schuldirektors inne. Die Mutter des zukünftigen Generals, Johanna Elisabeth Friederike Udine, trug den Titel einer Baronin von Könitz (ein thüringisches Adelsgeschlecht aus Orlagau). Somit konnten ihre beiden Kinder, Rudolf und Hans-Thilo, auf ihre adelige Herkunft stolz sein. Rudolf, wie auch seine Eltern, war Protestant und hielt sein Leben lang die Riten dieser Kirche ein. Er wurde im Berliner Stadtteil Schöneberg geboren und besuchte dort eine humanistische Oberschule, wo er klassische Sprachen (Latein, Griechisch) lernte und eine europäische Bildung erhielt. Sein Abiturabschluss ermöglichte ihm den Zugang zu einer Universität, doch Rudolf entschied sich für eine militärische Laufbahn.

Anfang der militärischen Karriere

Bereits 1906 trat Rudolf Schmidt als Kadett in das Infanterieregiment „von Wittich“ in Kassel ein. Dort begann er seine Ausbildung zum Offizier. Er studierte an der Offiziersschule Kriegskunst und wurde 1908 Leutnant. Seine Technikbegeisterung führte dazu, dass er ab 1911 im Telegraphenbataillon diente.

Deutschland bereitete sich in dieser Zeit auf den Krieg vor, erweiterte die Armee und vertiefte die Ausbildung von Offizieren und Soldaten. Der junge Berliner erhielt im April 1913 die Versetzung ins 5. Telegraphenbataillon in Berlin und wurde im Mai 1914, wenige Monate vor Kriegsbeginn, Leiter der Telefonabteilung des 1. Reservekorps.

Rudolf Schmidt im Ersten Weltkrieg

Am 1. August 1914 begann der Erste Weltkrieg. Schmidt zog mit seiner Einheit in die Sümpfe Ostpreußens, um diese deutsche Enklave gegen die russische Armee zu verteidigen. Zwischen 1914 und 1915 diente er als Kommandeur der Telegraphenabteilung des 1. Reservekorps und später der 1. Landwehrdivision. Im April 1916 wurde er an die Westfront versetzt, wo er als Leiter der Telegraphenabteilung des Gardekorps tätig war.

Während des Krieges setzte Schmidt seine Ausbildung an der Kriegsakademie fort, die jedoch wegen der Kriegssituation improvisiert war. Schmidt diente in verschiedenen Einheiten und erhielt praktische Erfahrung. Im September 1918 schloss er seine Ausbildung ab und wurde Stabsoffizier der 4. Armee.

Zwischenkriegszeit

Nach dem Ersten Weltkrieg brachten revolutionäre Ereignisse große Umwälzungen in Deutschland mit sich. Schmidt wurde nach Hamburg geschickt, um Aufstände niederzuschlagen. Später diente er im Gardekorps in Berlin, im Kriegsministerium, in einer Aufklärungseinheit in Potsdam und ab 1925 als Inspekteur der Truppenaufklärung. 1932 wurde Schmidt für die Ausbildung von Generalstabsoffizieren verantwortlich, bis er 1934 das Kommando über das 13. (Württembergische) Infanterieregiment in Ludwigsburg übernahm.

1937 wurde Schmidt Kommandeur der 1. Panzerdivision der Wehrmacht und Generalmajor. Diese Position machte ihn zu einem der ersten Kommandeure einer Panzerdivision im nationalsozialistischen Deutschland.

Zweiter Weltkrieg

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Schmidts Division führte Angriffe in Polen durch und nahm an der Schlacht an der Bzura teil. Später war er an Operationen in den Niederlanden, bei Dünkirchen und an der französischen Grenze beteiligt. Während des Angriffs auf die Sowjetunion 1941 führte Schmidt Truppen in Richtung Wilna, Leningrad und Moskau.

1943 wurde er aufgrund von Spionagevorwürfen gegen seinen Bruder Hans-Thilo entlassen. Nach dem Krieg geriet Schmidt 1947 in sowjetische Gefangenschaft, aus der er 1955 freigelassen wurde. Er kehrte nach Deutschland zurück und starb 1957.

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