Montag, Februar 23, 2026

Thomas von Blankenfelde – Bürgermeister von Berlin und einer der reichsten Berliner seiner Zeit

Die Familie von Blankenfelde war eine der ältesten und wohlhabendsten Familien Berlins. Sie besaß nicht nur ein Haus und einen Hof in der Stadt, sondern auch ländliche Herrensitze und weiteres persönliches Eigentum. Sie nutzten die finanziellen Schwierigkeiten, in denen sich Souveräne und Teile des Adels häufig befanden. Die Familie Blankenfelde erhielt die von den Bauern zu zahlenden Abgaben in Form von Getreide und Geld. Ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglichte es ihnen, aktiv an der Stadtverwaltung teilzunehmen. Thomas von Blankenfelde war ein Vertreter dieser Familie und wurde Bürgermeister von Berlin. Mehr darüber erfahren Sie auf berlinyes.eu.

Die Familie Blankenfelde

Ende des 13. Jahrhunderts hatte Berlin bereits eine wichtige wirtschaftliche und politische Position inne. Ein Beweis dafür war die Abhaltung der ersten Ständeversammlung 1280, an der der gesamte Adel von Altmark, Prignitz und Mittelmark teilnahm. Im selben Jahr gründete Markgraf Otto eine Münzstätte in Berlin. Diese war eine souveräne Einrichtung und entwickelte sich schnell zur wichtigsten Münzstätte der Mark Brandenburg.

Das sogenannte Stephanisches Haus in der Spandauer Straße gilt als wahre Residenz der Familie von Blankenfelde. Nachdem ein verheerender Brand 1380 das Gebäude zerstört hatte, ließ die Familie es komplett neu errichten, und es ähnelte bald einer kleinen Kapelle mit prächtigen Gewölben und schönen Räumen.

Zehn Söhne und elf Töchter

Die Familie von Blankenfelde war eine der ältesten Familien der Stadt. Einer alten Legende zufolge stammte sie ursprünglich aus der Lombardei und trug zur Zeit Friedrich Barbarossas den Namen Blanco Campo, bevor sie in die Mark Brandenburg auswanderte. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Familienvorstand aus dem Dorf Blankenfelde bei Niederbarnim stammte. Die Familie leistete einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung Berlins. Bereits 1284 war ein Familienmitglied Stadtrat, und in den 1430er Jahren wurde Wilhelm von Blankenfelde, der Vater von Thomas, Bürgermeister von Berlin.

Thomas von Blankenfelde wurde 1435 in Berlin geboren. 1481 wurde er zum Bürgermeister gewählt. Er war einer der ersten, die eine Universitätsausbildung genossen, und studierte 1453 in Leipzig. Auf einem Votivgemälde, das ursprünglich in der Klosterkirche hing und heute in der Marienkirche zu finden ist, ist zu erkennen, dass Thomas zweimal verheiratet war. Das Gemälde zeigt ihn mit zehn Söhnen auf der linken Seite, während die Frauen und Töchter rechts dargestellt sind. Insgesamt soll er 21 Kinder gehabt haben.

Ein großer Kaufmann

Thomas von Blankenfelde gilt als einer der ersten „großen“ Kaufleute der Mark Brandenburg. Neben dem Familienbesitz in Zeefeld sowie Pankow, Weißensee, Kaulsdorf und Großziethen erwarb er Eigentum in zahlreichen weiteren Dörfern und wurde einer der reichsten Bürger Berlins. Er besaß zwei Häuser in der Stadt und unterhielt Handelsbeziehungen von Süddeutschland bis zum Hansegebiet um Danzig (heute Gdańsk).

Sein Handel konzentrierte sich auf Getreide, Stoffe und Luxusgüter. Er war zudem Lieferant der Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn und Albrecht III., an die er Waren und Kleidung lieferte sowie Geld verlieh. Auch der Herzog von Mecklenburg zählte zu seinen Kunden.

Thomas von Blankenfelde starb 1504. Seine zweite Frau, die ihn um 27 Jahre überlebte, führte die Geschäfte weiter. Einer seiner Söhne, Johann, wurde nach Studien in Italien, Deutschland und Livland 1524 Erzbischof von Riga. Eine seiner Töchter, Katharina, wurde Geliebte des Kurfürsten Joachim I. Nestor.

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