Die Mauer um West-Berlin war die Grenze zwischen Ost und West. Grenzschutz, Stacheldraht, Minen und Selbstschussanlagen machten diese Befestigungen nahezu unüberwindbar. Diese Mauer war ein erschreckendes Symbol des Konflikts zwischen Ost und West und ein Symbol der Teilung Deutschlands über mehr als ein Vierteljahrhundert. Am 9. November 1989 fiel die Mauer. Seitdem ist der 9. November fest mit der Einheit Deutschlands verbunden. Zudem erinnert dieser Tag die Nachkommen an erfolgreichen Widerstand und zivilen Mut. Über dieses herausragende politische Ereignis des 20. Jahrhunderts in Berlin lesen Sie auf berlinyes.eu.
Ein Symbol des Konflikts zwischen Ost und West

Die Berliner Mauer mit einer Gesamtlänge von 155 Kilometern war das schrecklichste Symbol des Ost-West-Konflikts. Während die eine Seite sie als „Friedensgrenze“ und „antifaschistischen Schutzwall“ bezeichnete, verurteilte die andere Seite ihren Bau und nannte sie die „kommunistische Schandmauer“. Über ein Vierteljahrhundert lang war die Mauer Symbol der Teilung Deutschlands und fiel am 9. November 1989. Dieser Tag symbolisiert nun die Einheit Deutschlands, weit mehr als der eigentliche Staatsakt ein Jahr später. Er erinnert auch an erfolgreichen Widerstand und zivilen Mut. Darüber hinaus markiert der Fall der Berliner Mauer das Ende des Kalten Krieges.
Ende Oktober 1989 veränderte die Reformpolitik des sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow nicht nur die dominante politische Position der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) grundlegend, sondern auch die Haltung der Medien in der DDR. Der massive Exodus von DDR-Bürgern in den Westen, die neue Oppositionsbewegung und die Montagsdemonstrationen setzten die Regierung der DDR unter Druck. Im Jahr 1989 berichteten Korrespondenten offen über Demonstrationen und Kundgebungen und gaben Informationen über Reisebestimmungen sowie die Wirtschaftskrise im sozialistischen Lager.
Der Beginn der Revolution

Die Reformen in der Sowjetunion hatten ebenfalls großen Einfluss auf andere sozialistische Länder, insbesondere auf Polen und Ungarn. Mit der Anerkennung der ersten freien Gewerkschaft Solidarnosc in Polen Anfang 1989 begann der Zusammenbruch des sozialistischen Systems. In der Nacht zum 11. September 1989 öffnete die ungarische Regierung die Grenze zu Österreich für DDR-Bürger. In den folgenden Tagen und Wochen zogen Zehntausende Bürger über Österreich in die Bundesrepublik. Mehrere tausend Flüchtlinge aus der DDR wurden in geschlossenen Sonderzügen über ihr Territorium in die BRD gebracht. Der Eiserne Vorhang war durchbrochen.
Im Herbst 1989 erfasste die Revolution das ganze Land. Nicht nur in Leipzig und Berlin gingen die Menschen für ihre Rechte und Interessen auf die Straße. Bereits am 1. September 1989, dem Weltfriedenstag, demonstrierten Menschen in kleinen Städten wie Neuruppin (nördlich von Berlin) und Forst (bei Cottbus). Besonders die Jugend forderte lautstark die Öffnung der Grenzen.
Die Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 gilt als entscheidend für die friedliche Revolution in der DDR. Das Volk überwand endlich die Angst vor den Unterdrückern, ein Schießbefehl wäre undenkbar gewesen. Über 70.000 Demonstranten zogen ungehindert und friedlich auf dem Innenstadtring zur Zentrale der Stasi. Der Staat kapitulierte vor der höheren Macht seiner Bürger.
Der Fall der Berliner Mauer

Im November 1989 erreichten die Ereignisse in der DDR ihren Höhepunkt. Unter dem Druck der friedlichen Bürgerbewegung musste die SED Zugeständnisse machen. Die Diktatur befand sich in einer offenen Krise, von der sie sich nie erholte. Die größte Demonstration in der Geschichte der DDR fand am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz in Berlin statt, wo sich friedlich über eine halbe Million Menschen versammelten. Zu diesem Zeitpunkt diskutierten die Führungsriege der SED und die Sicherheitsapparate, ob sie diese Demonstration unterbinden sollten. Letztendlich entschied sich die SED-Führung, die Kundgebung zu genehmigen. Die Hauptforderung der Demonstranten war die Freiheit der Bewegung.
Unter dem ständigen Druck von Massenfluchten und Demonstrationen sowie unter dem Einfluss der „Reformkräfte der SED“ trat die Regierung der DDR unter Ministerpräsident Willi Stoph am 7. November 1989 zurück. Am 8. November trat auch das gesamte Politbüro des ZK der SED zurück. In dieser Situation fand am 8.–9. November 1989 eine Sitzung des ZK der SED statt. Gleichzeitig wurde ein einfacher und umfassender neuer Reisegesetzesentwurf entwickelt und vorgelesen. Kaum jemand erkannte die Sprengkraft dieses Schrittes.
Am 10. November strömten Tausende Menschen weiterhin durch die Grenzübergänge. Berlin feierte die ganze Nacht und den ganzen Tag. Bilder von tanzenden Menschen auf der Mauer gingen um die Welt. In der Nacht zum 10. November ordnete der Berliner Bürgermeister Walter Momper an, den Bürgern der DDR einen Begrüßungsgeldbonus in Höhe von 100 DM auszuzahlen. Menschen standen in langen Schlangen vor Sparkassen, Banken und Zweigstellen, um das Begrüßungsgeld zu erhalten.
Am Nachmittag des 10. November erklärte der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse gegenüber der Presse, sein Land betrachte die Ereignisse in der DDR als innere Angelegenheit der neuen Führung und ihres Volkes und wünsche ihnen vollen Erfolg. Am 11. Januar 1990 wurde die Grenzöffnung offiziell anerkannt. Die Volkskammer der DDR verabschiedete ein „Reisegesetz“, das jedem DDR-Bürger das Recht einräumte, jederzeit ins Ausland zu reisen. Ein Jahr später, am 3. Oktober 1990, wurde Deutschland nach 45 Jahren Trennung wiedervereinigt. Das SED-Regime konnte dem Druck des Volkes nicht standhalten.